Gemeinsam gegen den plötzlichen Herztod: Die Initiative „LU-MA“ in Ludwigshafen und Mannheim

8. Juni 2026

Obwohl der plötzliche Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses (OHCA) eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland ist und jede Sekunde über Leben und Tod entscheidet, ist das Wissen über die richtige Laienreanimation in der Bevölkerung oft unzureichend. Die Stiftung Institut für Herzinfarktforschung will das ändern und hat mit Unterstützung der Deutschen Herzstiftung e.V. die Initiative „LU-MA gegen den plötzlichen Herztod“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, in den Städten Ludwigshafen und Mannheim gezielt aufzuklären und die Notfallversorgung von Betroffenen drastisch zu verbessern.

Jedes Jahr erleiden zahlreiche Menschen in der Region einen plötzlichen Herzstillstand. Das Tückische daran: Ein solcher Notfall tritt meist völlig unvorhersehbar und ohne Vorwarnung ein. Werden in den ersten Minuten keine Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet, sinken die Überlebenschancen dramatisch, da der Rettungsdienst oft wertvolle Minuten bis zum Eintreffen benötigt. Mit einer sofortigen Laienreanimation und einer schnelleren Alarmierung von Helfern in der direkten Umgebung kann dieses Risiko jedoch massiv gesenkt werden.

Start der Interventions- und Aufklärungsphase

Um das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu sensibilisieren und ein schnelles, lebensrettendes Netzwerk aufzubauen, wird die Initiative nun nach einer dreimonatigen Datenerfassung die Interventionsphase starten. Kern des Projekts ist neben intensiver Aufklärungsarbeit die Etablierung eines App-basierten Ersthelfer-Systems über die App KATRETTER. Hierbei arbeiten die regionalen Rettungsleitstellen eng mit Vereinen, Medien und der Bevölkerung zusammen.

Geleitet wird das Projekt von der Stiftung Institut für Herzinfarktforschung, gefördert wird es durch die Deutsche Herzstiftung e.V. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der Stadt Ludwigshafen und der Stiftung Institut für Herzinfarktforschung werden die Pläne von LU-MA offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt.

Werden Sie zu Lebensrettern!

Ein plötzlicher Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses kann jeden treffen. Oft entscheiden die ersten Minuten, doch Betroffene sind auf schnelle Hilfe angewiesen. Deshalb startet jetzt eine dreimonatige Aufklärungsphase, an der wir uns aktiv beteiligen.

Wie Sie ganz einfach helfen können:

Werden Sie Teil eines neuen, App-basierten Ersthelfer-Netzwerks!

Schritt 1: App herunterladen
Laden Sie sich die kostenlose App KATRETTER auf Ihr Smartphone (https://apps.apple.com/de/app/katretter/id1436290723 / https://play.google.com/store/apps/details?id=de.combirisk.KATRETTER&hl=gsw).

Schritt 2: Als Ersthelfer registrieren
Melden Sie sich direkt in der App unter den Einstellungen als Ersthelfer an. Wählen Sie die für Sie relevante regionale Leitstelle aus – für unsere Region ist dies die Integrierte Leitstelle Ludwigshafen (zuständig für Ludwigshafen, Mannheim und die umliegenden Landkreise).

Schritt 3: Qualifikation nachweisen
Um Fehlalarme zu vermeiden, prüft die Leitstelle die medizinischen Grundkenntnisse. Laden Sie Ihren Nachweis über einen erweiterten Erste-Hilfe-Kurs, eine Ausbildung im Pflegebereich oder Ihre Mitgliedschaft in einer Blaulicht-Organisation (wie DRK, Malteser oder Feuerwehr) in der App hoch.

Schritt 4: Ortungsdienste aktivieren
Aktivieren Sie in den Smartphone-Einstellungen den Standortzugriff auf „Immer“ sowie die Push-Mitteilungen. Nur so kann das System Sie im Notfall orten, wenn sich ein Herzstillstand in Ihrer unmittelbaren Nähe (Umkreis von ca. 750 Metern) ereignet.

Schritt 5: Im Ernstfall Leben retten
Sobald ein Notfall über die 112 gemeldet wird, alarmiert die Leitstelle parallel Ersthelfer in der Nähe. Nehmen Sie den Alarm in der App an, erhalten Sie den genauen Einsatzort und können die lebensrettende Herzdruckmassage durchführen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Über die Stiftung Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen

Die im Jahr 2000 gegründete gemeinnützige Stiftung Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen betreibt unabhängige kardiovaskuläre Forschung im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei konzentriert sich die Stiftung vor allem auf die Versorgung und Qualitätssicherung im klinischen Alltag.

Ihre Förderung unterstützt folgende Ziele:

  • Prävention und optimierte Therapie des akuten Herzinfarktes
  • Umsetzung von therapeutischen Richtlinien in der Routine
  • Die Übertragbarkeit von Ergebnissen aus randomisierten Studien auf die Praxis
  • Aufklärung der Bevölkerung über das richtige Verhalten beim plötzlichen Herztod und Herzinfarkt zur Verkürzung der Zeit bis zum Therapiebeginn

Kontaktieren Sie uns

Bei konkreten Fragen zu unserer Arbeit als Stiftung kontaktieren Sie uns gerne.