Ludwigshafen, 09. September 2026 – Das gemeinsame Projekt der Stiftung Institut für Herzinfarktforschung sowie des Klinikums Ludwigshafen und der Universitätsmedizin Mannheim setzt auf Aufklärung und die KATRETTER-App | Freiwillige Ersthelfer sollen bei Herz-Kreislauf-Stillstand schneller vor Ort sein. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet, um den Effekt auf die Laienreanimation zu untersuchen.
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses entscheiden wenige Minuten über Leben und Tod. Genau hier setzt die Initiative „LU-MA gegen den plötzlichen Herztod“ an: Mit einer breit angelegten Aufklärungskampagne und dem App-basierten Ersthelfersystem KATRETTER soll die Zeit bis zum Beginn einer Reanimation verkürzt und der Anteil früher Laienreanimationen in Ludwigshafen und Mannheim erhöht werden.
Das gemeinsame Projekt der Stiftung Institut für Herzinfarktforschung (IHF), des Klinikums Ludwigshafen, der Universitätsmedizin Mannheim sowie der beteiligten Rettungsdienststrukturen wird wissenschaftlich begleitet und von der Deutschen Herzstiftung e. V. gefördert.
App baut Netzwerk an Ersthelfern auf
„Beim Herz-Kreislauf-Stillstand ist Zeit der entscheidende Faktor. Je früher mit einer Reanimation begonnen wird, desto größer ist die Chance, einen Menschen mit gutem neurologischem Ergebnis zu retten. Mit unserem Projekt wollen wir deshalb dort ansetzen, wo wir besonders viel erreichen können: bei der schnellen Hilfe durch Menschen, die bereits in unmittelbarer Nähe sind“, sagt Prof. Dr. Uwe Zeymer, Vorstand der Stiftung Institut für Herzinfarktforschung und Studienleiter.
Nach einer ersten dreimonatigen Phase, in der Daten zu außerklinischen Reanimationen in Ludwigshafen und Mannheim erfasst und ausgewertet wurden, beginnt nun die ebenfalls dreimonatige Interventionsphase. Im Mittelpunkt stehen die Information der Bevölkerung über die Bedeutung der Laienreanimation sowie der Aufbau eines Netzwerks freiwilliger Ersthelfer über die App KATRETTER.
Wird ein Herz-Kreislauf-Stillstand gemeldet, können registrierte und entsprechend geeignete Helferinnen und Helfer in der Umgebung über das App-System alarmiert werden. Sie können so die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken und möglichst früh mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.
„Die professionelle Versorgung durch Rettungsdienst und Klinik bleibt unverzichtbar. Aber die ersten Minuten spielen sich häufig ab, bevor unsere Teams beim Patienten eintreffen können. Wenn Menschen in dieser Phase beherzt handeln und sofort mit der Herzdruckmassage beginnen, ist bereits ein ganz entscheidender Schritt getan“, betont Dr. Fred Blaschke, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst.
Klinikum Ludwigshafen und Universitätsmedizin Mannheim unterstützen Initiative
Auch die Kliniken auf beiden Seiten des Rheins unterstützen die Initiative. Prof. Dr. Ralf Zahn, Direktor der Medizinischen Klinik B des Klinikums Ludwigshafen, erklärt: „Wir können in der Klinik heute sehr viel für Patientinnen und Patienten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand tun. Voraussetzung dafür ist aber, dass Gehirn und andere Organe möglichst früh wieder mit Blut und Sauerstoff versorgt werden. Genau deshalb ist eine funktionierende Rettungskette von der ersten Minute an so wichtig.“
Prof. Dr. Ibrahim Akin, Direktor der Sektion Invasive Kardiologie und Elektrophysiologie und stellvertretender Direktor der I. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim, ergänzt: „Bei vielen außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillständen liegt eine kardiale Ursache zugrunde. Medizinischer Fortschritt allein reicht aber nicht aus, wenn wertvolle Minuten ungenutzt verstreichen. Mit der Verbindung von Aufklärung, digitaler Alarmierung und professioneller Notfallmedizin wollen wir die gesamte Versorgungskette stärken.“
Für Dr. Björn Kemler, Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensiv- und Schmerzmedizin der Universitätsmedizin Mannheim und Notarztstandortleiter der UMM, ist deshalb auch die breite Beteiligung der Bevölkerung entscheidend: „Reanimation ist keine Aufgabe, die erst mit dem Rettungsdienst beginnt. Jeder und jede kann im Ernstfall zum Lebensretter werden. Unser Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und Menschen zu ermutigen, im Notfall sofort zu handeln.“
Nach Interventionsphase: Datenerhebung geht weiter
Nach Abschluss der Interventionsphase werden erneut über drei Monate Daten zu außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillständen erhoben. Verglichen werden insbesondere in Form von anonymisierten Daten die Zahl erfolgreich durchgeführter Reanimationen und der Anteil der Fälle, in denen frühzeitig Laien mit der Wiederbelebung begonnen haben.
Die Initiative verfolgt damit ein klares Ziel: mehr Menschen über Wiederbelebung informieren, mehr freiwillige Ersthelfer vernetzen und bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand möglichst schnell Hilfe zum Patienten bringen.
Bildmaterial oben: (v.l.n.r.: Friso Janßen, Prof. Dr. Ralf Zahn, Dr. Fred Blaschke, Prof. Dr. Ibrahim Akin, Prof. Dr. Uwe Zeymer, Dr. Michael Henschel).

Bildmaterial: (v.l.n.r.: Prof. Dr. Uwe Zeymer, Prof. Dr. Ibrahim Akin, Prof. Dr. Ralf Zahn, Dr. Michael Henschel, Dr. Fred Blaschke, Friso Janßen).
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